Aktuelles vom Archivverbund Bautzen

Die Koordinierungsstelle für die Erhaltung schriftlichen Kulturgutes (KEK) hat für 2018 einen Kalender herausgegeben, in dem ein Kupferstich des Stadtbrandes vom 2. Mai 1634 abgebildet ist.

  Archiv Bautzen

Der Kupferstich zeigt den großen Bautzener Stadtbrand vom 2. Mai 1634, ein Ereignis, das die Stadt einschneidend veränderte. Der Brand brach im Zuge von Kampfhandlungen in der Oberlausitz zwischen Sachsen und den katholischen Truppen während des Dreißigjährigen Krieges aus, dem jahrelange Belagerungen, Einquartierungen und Kämpfe voraus gegangen waren. Große Teile der Stadt wurden zerstört, vermutlich 700 Menschen fanden im Feuer den Tod. Nach Ende des Dreißigjährigen Krieges hatte die Oberlausitz ihre Zugehörigkeit zur Böhmischen Krone verloren und gehörte fortan zu Sachsen.

Angefertigt wurde der Kupferstich vom Dresdner Künstler Christian Otthoffer (wahrscheinlich 1638–1724), über den bislang wenig bekannt ist. Auf dem Bild sieht man die völlig in Flammen stehende Innenstadt mit ihren Türmen und markanten Gebäude wie dem Dom St. Petri und dem Rathaus. Nur die Gebäude vor den Toren der Stadt blieben verschont.

Bereits im Brandjahr erschien mit dem Werk „Tabeera Budissinae“ eine Gedenkschrift, die mehrfach nachgedruckt und ergänzt wurde. Der zweiten Auflage wurden zwei Kupferstiche beigegeben, die beide aus der Feder von Otthoffer stammten. Sie zeigen zum einen den Stadtbrand von 1634 und zum anderen die schwedische Belagerung der Stadt von 1639.

Beide Drucke gelangten in den Besitz von Christian Gottlieb Platz (1657–1727), der als Bürgermeister eine umfangreiche Bautzener Chronik schrieb. Vorliegender Kupferstich ist in Band 10, Bl. 420 eingeheftet und bildet den Beginn der umfangreichen Schilderung der Brandkatastrophe von 1634. Der Band entstand 1701 und umfasst 777 Blatt. Er ist 350 mm hoch, 210 mm breit und 130 mm tief. Die Chronik wird heute im Archivverbund Bautzen, Stadtarchiv, aufbewahrt.

Zurück

Blick in die Platzsche Chronik, Stadtarchiv