Staatsfilialarchiv

Das Staatsfilialarchiv Bautzen ist für das Archivgut der staatlichen Verwaltungs- und Justizbehörden, die landständische Überlieferung und für die Überlieferung von ehemaligen Gutsarchiven der Oberlausitz zuständig.

Zeitlich ist diese Überlieferung eingegrenzt. Sie endet 1945/1952 und es gibt heute keinen Zuwachs mehr an Archivalien aus einer laufenden Verwaltung.

Territorial erstreckt sich die Oberlausitz über die heutigen sächsischen Landkreise Bautzen (ohne die Gegend um Radeberg) und Görlitz sowie im Süden des brandenburgischen Landkreises Oberspree-Lausitz. Zudem gehören auch Gebiete der Woiwodschaften Lubuskie (Lebus) und Dolnośląskie (Niederschlesien) in Polen zur Oberlausitz. Die sechs wichtigsten Städte sind Bautzen, Görlitz, Zittau, Löbau, Kamenz und Lubań (Lauban).

Geschichte Staatsfilialarchiv

seit dem 13. Jh. Die Ortenburg als Regierungssitz beherbergt mit dem Behördenarchiv des Oberamtes den Vorgänger eines staatlichen Archivs in Bautzen.
1634 Das Archiv des Oberamts wird beim Stadtbrand vollständig vernichtet.
1933 Als ein Ergebnis der Vereinigung der Kreishauptmannschaften Bautzen und Dresden 1932 nimmt das Archiv am 13. Juni seine Arbeit als „Staatliches Zweigarchiv für die Oberlausitz“ auf. Grundstock des Archivs bilden die Bestände „Oberamt/Oberamtsregierung“, „Kreishauptmannschaft Bautzen“ sowie das wertvolle Archiv der Landstände. Sitz des Archivs ist die Ortenburg, sein erster Leiter der Bautzener Stadtarchivar Kurt Marx.
1949 Nach kriegsbedingter Schließung wird das Archiv unter Leitung des Bibliotheksleiters Dr. Jakob Jatzwauk als „Sächsisches Landeszweigarchiv für die Oberlausitz“ neu eröffnet.
1951 Der bedeutende Oberlausitzer Geschichtsforscher Dr. Martin Reuther wird zum Archivdirektor berufen
1965 Auf Grund staatlicher Verordnung wird das Archiv in „Historisches Staatsarchiv Bautzen“ umbenannt. Die Zuständigkeit wird auf das regionale Archivgut der Oberlausitz bis 1945 bzw. 1952 festgelegt.
1969 Dr. Erhard Hartstock übernimmt die Leitung des Archivs.
1976 Die Selbständigkeit des Archivs endet, es wird Außenstelle des Staatsarchivs Dresden.
seit Mitte der 1970er Jahre Die immer mehr zu Tage tretenden baulichen Schäden und der daraus folgende Verfall des Gebäude, wirken sich zunehmend negativ auf die Arbeits- und Lagerungsbedingungen des Archivs aus. Die wertvollsten Bestände werden zu ihrer Sicherung in das Hauptstaatsarchiv Dresden verbracht.
1992 Das Archiv zieht in die Hammermühle in der Seidau und in das Offizierskasino in der Löhrstraße um.
1996 Zur Sicherung und Bestandserhaltung werden alle im Kasino deponierten Bestände in das neu gebaute Staatsarchiv Leipzig ausgelagert. Die Diskussion um den Archivstandort Bautzen für die Außenstelle Bautzen beginnt.
2001 Am 5. Juni wird der Archivbetrieb des Archivverbundes Stadtarchiv/Staatsfilialarchiv Bautzen offiziell in den neuen Räumlichkeiten Schloßstraße 10 bis 14 aufgenommen, offizielle Bezeichnung der Außenstelle ist seitdem Staatsfilialarchiv Bautzen.

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