Vortrag "Recht, Rat, Revolte – Wege zur städtischen Selbstständigkeit in der mittelalterlichen Oberlausitz"

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Die Oberlausitzer Sechsstädte – Bautzen, Görlitz, Zittau, Lauban, Löbau und Kamenz – verfügten in der Vormoderne über ein beachtliches Maß an Autonomie, das im ausgehenden Mittelalter seinen Höhepunkt erreichte. Die sechs königlich-böhmischen Städte glichen damit in weiten Teilen den Reichsstädten, deren Stadtherr in der Regel ein und derselbe war, nämlich der römisch-deutsche König beziehungsweise Kaiser.

Am Beispiel der Städte Bautzen und Kamenz untersucht der Referent Joseph Maak zum einen, wie Privilegien als königliche Sonderrechte den Weg zur kommunalen Eigenständigkeit ebneten. Zum anderen nimmt er die Entwicklung der mittelalterlichen Ratsverfassung und die Rolle von Zunftunruhen in den Blick. Der Vortrag zeigt, wie Rechtsentwicklung und soziale Konflikte die beiden Sechsstädte prägten und aus anfänglich abhängigen Gemeinden selbstbewusste Kommunen formten. Gleichzeitig wirft er ein Schlaglicht auf die politische Kultur der mittelalterlichen Oberlausitz. Die Untersuchung beruht dabei auf einem akribischen Quellenstudium und der Auswertung spätmittelalterlicher Urkunden und Stadtbücher, die in den Stadtarchiven Bautzen und Kamenz verwahrt werden.

Der Vortrag findet im Rahmen der Veranstaltungsreihe des Archivverbunds am Dienstag, den 13. Oktober 2026 um 19.00 Uhr (Einlass ab 18.30 Uhr) im Veranstaltungsraum von Archiv und Bibliothek in der Schloßstraße 12 statt. Der Eintritt ist frei.

Majestätssiegel am Bleichprivileg der Stadt Bautzen vom 22. Dezember 1474 (Quelle: Archivverbund Bautzen, Stadtarchiv, 61000 Urkunden, Nr. 491)

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